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„plan b“ - Chancen für SchulabbrecherInnen

Anfang dieses Jahres startete das BIFO in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat für Vorarlberg ein neues Projekt, das die Thematik des Schulabbruches ab der 9. Schulstufe zum Inhalt hat. Angesprochen werden damit SchülerInnen in weiterführenden Schulen. Herzstück der Aktion ist eine eigens erstellte Homepage.

Mit „plan b“ wollen der Landesschulrat und das BIFO jene Jugendlichen unterstützen, die geradewegs auf einen Schulabbruch zusteuern. Erfahrungsgemäß reden die Betroffenen sehr ungern über diese Thematik. Gespräche und Entscheidungen werden hinausgezögert, solange es irgendwie geht. „Zu lange“, stellt BIFO-Geschäftsführer Klaus Mathis fest. „Zwei Drittel der SchülerInnen bzw. Eltern werden erst dann aktiv und lassen sich beraten, wenn der Hut bereits brennt.“

Homepage
Schullandesrat Siegi Stemer: „plan b greift das Thema „Schulabbruch“ auf und bietet Orientierungshilfen an. Plakataktionen, ein Leitfaden für LehrerInnen und eine spezielle Homepage sind das Herzstück der Kampagne.“ Das Internet wurde bewusst als Schwerpunkt gewählt, weil Jugendliche zu diesem Medium einen guten und unkomplizierten Zugang haben. Auf www.planbe.at steht alles Wissenswerte. Zudem erzählen Betroffene ihre eigenen Geschichten und dazu gibt es Lösungsvorschläge. „Die jungen Leute, die es mit „plan b“ geschafft haben, sollen allen anderen Mut machen.“

Je früher desto besser
Grundsätzlich gilt die Faustregel: „Je früher über Alternativen bzw. einen Umstieg nachgedacht wird, desto leichter kann ein „plan b“ entwickelt werden,
“ weiß Klaus Mathis aus seiner jahrelangen Erfahrung als Berufs- und Bildungsberater. Eine rechtzeitige Aussprache ist auch schon deshalb wichtig, weil erfahrungsgemäß so manche „zuvor abbruchwilligen“ SchülerInnen nach klärenden Gesprächen mit Lehrpersonen, Eltern oder BIFO-BeraterInnen frisch motiviert die Schule doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.

Rolle der Eltern und LehrerInnen
Für LehrerInnen ist jeder Schulabbruch einer/s Schülers/in eine heikle Situation: „Auf der einen Seite müssen sie gerechte Noten geben, auf der anderen Seite sehen sie die Zukunft dieses jungen Menschen und wollen ihm die Schullaufbahn nicht verbauen,“ weist Landesrat Stemer auf das Dilemma hin. Auch die Vorstellungen der Eltern haben große Bedeutung. Weil sie „nur das Beste für das eigene Kind wollen“ landen Jugendliche mitunter in einer Schule, in der sie sich nicht wohl fühlen, weil ihre Eignungen und Neigungen zu wenig berücksichtigt werden. Diese Einsicht und die Suche nach dem ,,eigenen Weg“ ist oftmals ein mühsamer Prozess für alle Betroffenen. 

Beispiele
Beispiele, wie’s funktionieren kann, gibt es zahlreiche: Jene Schülerin, die kurz vor der Matura aufgab, jetzt aber einen erfolgreichen Lehrabschluss in der Tasche hat. Oder ein junger Mann, der die HTL geschmissen hat, nach einer abgeschlossenen Lehre die Matura an derselben Schule schließlich nachholte. Manchen hilft auch einfach nur ein Schulwechsel. Weitere Beispiele sowie viele Tipps und hilfreiche Adressen sind auf der „plan b“- Homepage nachzulesen.


Bei der Entwicklung von ,,plan b“ wirkten mit: BIFO, Landesschulrat für Vorarlberg, Elternverein und LehrerInnen an weiterführenden Schulen, Lehrlingsausbildner, Arbeiterkammer/Lehrlingsstelle.
„plan b“ ist ein Projekt der Bildungspartnerschaft Vorarlberg, finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie des Landes Vorarlberg. www.bildungspartnerschaft.at


 

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